Dialog zwischen Herz und Verstand – Soll ich oder soll ich nicht …?

Soll ich oder soll ich nicht?

Die Liebe sagt: Nein, tu es nicht! Geh nicht fort – du liebst ihn doch!

Das Ego meint: Doch tu es, mir gefällt es hier nicht! Er hat dich gekränkt, beleidigt – du liebst ihn doch gar nicht! Du hast doch etwas Besseres verdient, glaube mir – hier ändert sich nichts; er wird niemals so sein, wie du ihn dir wünschst – gib auf! Er soll doch bleiben, wo der Pfeffer wächst! Er hat dein Herz verletzt – weißt du noch …? Vergiss das nicht!

Aber ich weiß nicht … wenn ich von ihm weggehe … was erwartet mich …? Ein anderes Leben, ein neuer Anfang – ich habe Angst … wer hilft mir denn? Ich weiß nicht … vielleicht ändert er sich – ein bisschen … oder nicht? Es könnte doch sein, wenn er mich liebt …

(Ego) Nein, du musst gehen, auf deinen eigenen Füßen stehen, von vorne beginnen – Sicherheit und Ordnung in dein Leben bringen; das brauchst du. Neue Menschen, neue Umgebung – Abwechslung. Worauf wartest du noch – mach dich bereit! Jetzt!

Ich muss noch bis morgen warten … es ist Nacht … nachdenken, mein Herz befragen, ihre Botschaften lauschen …

….

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Morgens die übliche Umarmung, ein Kuss auf die Lippen, noch einmal sanft über seine Wangen streichen

Soll das alles zum letzten Mal gewesen sein …?

Aufräumen, sein Gewand zusammenlegen – seine Kleidungsstücke in der Hand;

ein letztes Mal noch Ordnung machen … warum, wieso, das kann doch nicht sein …

Gemeinsame Jahre, so viele Erinnerungen, ein Film, der vor den Augen abläuft – Tränen fließen lautlos übers Gesicht …

Das Lachen, das Glück – dann immer wieder verletzende Worte, wie Schwerter im Herzen …

Das Ego meint: Siehst du? Du musst jetzt gehen! Du hast genug unschöne Bilder aus der Vergangenheit gesehen – wie viele soll ich dir noch schicken? Du bist besser dran ohne ihn, begreife doch! Er hat sich nicht mal entschuldigt! Keine Worte der Reue – nur sein Blick und seine Tränen, doch was heißt das schon? Alles bloß Theater, glaube mir!

Dann das Packen, nachdenken, nichts vergessen, nichts liegen lassen – doch dann, innehalten. Arme, Hände plötzlich, wie Blei, schwer und ungeschickt – ein Glas zerbricht. Scherben am Boden – das Leben und das Glück auch in Scherben; beide hatten an Glanz verloren.

Innehalten, die Welt bleibt stehen –

Das Herz schreit auf: Nein, tu das nicht! Geh nicht – verlasse ihn nicht! Ihr beide wart doch immer so glücklich – du liebst ihn doch! Erinnere dich, was er alles für dich tat und wie er dir bei allem half! Achte nicht seine Worte, achte auf seine Taten! Sein Blick, seine Tränen …  Tränen der Reue – das war nicht gespielt, es war, weil er dich liebt!

Alles steht still, nur die lauten Rufe des Herzens pochen gewaltig im Kopf, dann im ganzen Körper, der schlaff und kraftlos zum Boden sinkt … ich kann nicht … ich kann nicht fortgehen, diese Liebe hält mich gefangen – warum tut sie es?

Ich war so entschlossen, doch die Liebe läßt mich nicht gehen – warum raubt sie mir die Kraft, wieso hält sie mich hier fest? Doch es schmerzt im Herzen, wenn ich fortgehe – wenn ich ihn verlasse und ihn niemals wiedersehe … nein … wie soll ich ohne ihn … ohne sein Lächeln, seine Augen, sein Blick, seine Wärme – soll all das irgendwann eine verschwommene Erinnerung sein …?

Nein … ich kann nicht … ich muss meinem Herzen vertrauen, an dieser Liebe glauben, das Ego zum Schweigen bringen – an die Liebe denken. Die Liebe leben. Wenn sie mich nicht losläßt, das Herz öffnen und alles vergeben – die Liebe spüren, sie nicht wegwerfen. Dem Gefühl der Liebe nachgeben, sich nicht dagegen stemmen. Es hat einen Grund, warum es so ist – es ist vorherbestimmt. 

Sich nicht dagegen wehren, die Liebe behalten, sie umarmen und festhalten, sie ins Herz schließen – nie wieder loslassen.

So lange bis das Herz es so will – dann wird es richtig sein.

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[…] Listen to your heart, when he’s calling for you
Listen to your heart, there’s nothing else you can do
I don’t know where you’re going and I don’t know why
But listen to your heart before you tell him goodbye …

(Roxette: Listen To Your Heart)

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Liebe

Liebe (Photo credit: Wikipedia)

Liebe Grüße,

© Sunelly Sims

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