Hartnäckige Erfahrungen

Erfahrungen bereichern unser Leben – sagt man. Es gibt welche, die uns beglücken, beflügeln und inspirieren. Uund es gibt welche, die uns entmutigen, die uns deprimieren, enttäuschen oder uns zum Umdenken veranlassen. Wir erfahren unser Leben durch Erfahrungen. Wenn wir sie nicht hätten, würden wir das Leben spüren mit all seinen Facetten? Leben und Erfahrungen gehören zusammen. Wir können nicht leben, ohne Erfahrungen zu machen und wir können nichts erfahren, wenn wir nicht am Leben sind. Doch, vielleicht schon, auf einer anderen Ebene, in einer anderen Dimension, die keinen Bezug zu unserer Realität hat.

„Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als Eure Schulweisheit sich träumen lässt.“

(William Shakespeare, Hamlet)

Wir können mit unseren Sinnen keine andere Realität erkennen, außer jener, die uns umgibt. Wir glauben das, was wir sehen können. Doch wenn ein Wunder, eine glückliche Fügung in unser Leben tritt, kommt uns vielleicht gerade dieses Zitat von Shakespeare kurz in den Sinn. Wir wundern uns und überlegen, ob es nicht doch etwas anderes geben könnte, das sich unserer Realität entzieht. Vielleicht eine andere Wirklichkeit, die wir nicht wahrnehmen können. Was sollte das sein? Und wo? Doch zugegebenermaßen ist das gesamte Universum einfach so riesig, wie können wir wissen, ob es da draußen, oder da oben nicht doch noch eine andere, für uns nicht physisch spürbare Realität gibt?

pixabay.com

Das Universum ist voll der wunderbaren Dinge, die geduldig darauf warten, dass unsere Sinne schärfer werden (Eden Phillpotts, 1862-1960)

Und was hat das alles mit unseren Erfahrungen zu tun? Wie weit sind wir überhaupt in der Lage, die Erfahrungen, die uns im Laufe des Lebens begegnen (müssen?), vorher überwiegend selbst zu bestimmen? Laufen unsere Erfahrungen nach einem geheimnisvollen Plan ab? Könnte es eine Art Plan für das Leben jedes Einzelnen von uns geben?

Wenn wir davon ausgehen und die Überzeugung teilen, dass man mit Gedankenkraft (bewusste Denkweise, unsere Gedanken auf das, was wir erreichen möchten, fokussieren) das eigene Leben selbst kreieren, steuern kann, dann bleibt vielleicht eine Frage doch noch offen: Wieso werden manche Menschen immer wieder mit den gleichen Erfahrungen konfrontiert? Ja, ja … so lange eben, bis man eine bestimmte Sache nicht „kapiert“ – bis man eine wertvolle Erkenntnis für sich selbst gewinnt, was man immer wieder falsch macht / denkt / verursacht.

Wenn wir etwas „bewirkt“ hatten, was uns nicht gefällt, was uns kränkt, was uns enttäuscht und wir vor Verzweiflung händeringend fragen: Wieso passiert mir dies und jenes immer wieder? Wieso gerade mir? Wir verstehen es einfach nicht, denn auch wenn wir das Gefühl haben, scheinbar nichts falsch gemacht zu haben, stimmte etwas nicht. Sonst wäre es keine Enttäuschung gewesen. Meistens suchen wir die Fehler bei anderen Menschen um die negative Erfahrung für uns selbst, rational erklären zu können.

Doch dann, irgendwann, als wir glauben, die Hürde endlich bewältigt zu haben, geschieht wieder etwas, das sich dieser fast vergessenen Erfahrung extrem ähnelt. Eine Katastrophe! Nicht schon wieder! Nein! Warum, warum, warum …? Der geheimnisvolle Plan schlägt erneut zu … Aufgeht´s! Es gibt etwas zu lernen – offenbar sind wir mit dem Thema noch nicht durch…

Nun, ich weiß nicht, wie oft wir manche Erfahrungen wiederholt durchmachen (müssen), aber eines steht fest: Spätestens nach der dritten Wiederholung sollten wir vielleicht noch einmal genauer darüber nachdenken, ob wir bei unserer Selbstanalyse eventuell etwas übersahen. Etwas scheinbar ziemlich Wichtiges, das diese Wiederholung notwendig macht. Einen Wesenszug oder eine Eigenschaft vielleicht, die wir innehaben, an der wir etwas korrigieren sollten. Eine nötige Korrektur, die sich so lange aufdrängen wird, bis wir nicht bereit sind, in der Tiefe unseres Herzens nachzuforschen, anstatt sogleich mit dem Finger auf andere zu zeigen.

Eine Korrektur, die uns – wenn wir sie durchgeführt haben – höchstwahrscheinlich nie wieder mit der gleichen negativen Erfahrung belästigen wird. Die wir nicht mehr durchmachen müssen. Dafür bleiben noch genug andere übrig – gute und auch weniger gute – doch das ist eine andere Geschichte …

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Liebe Grüße,

© Sunelly Sims

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3 thoughts on “Hartnäckige Erfahrungen

  1. Liebe Sun(elly),
    mir hilft es in solchen Momenten der Selbst-Reflexion, die Frage nach der Ursache auch in dieser Weise zustellen, dass ich mich nicht nur frage, ob ich anderen gegenüber mich so verhalte, wie ich es gerade im außen schmerzhaft erlebt habe, sondern auch ob ich mich selbst in dieser Weise behandle (. z.B. respektlos).
    Dass es eine höhere Ordnung, einen geheimnisvollen Plan gibt, davon bin ich zutiefst überzeugt. Ich habe es auch so erfahren, dass ich die wenigsten Dinge allein aus meinem Willen heraus „machen“ = verändern kann, sondern dass im Gefühlsleben irgendein Fass überlaufen muss, irgendeinen Knoten sich lösen muß, was oft nahezu von allein gelingt, wenn die Zeit dafür reif ist. Und vorher kann ich alles mögliche „tun“ – und es geht (noch) nicht. Insofern kommuniziere ich am liebesten mit der Urkraft dieses Planes (ich sag einfach Gott bzw. „das göttliche Selbst in mir“ dazu) und bitte SIE /IHN darum, es mir bis dzum Wendepunkt möglichst leicht zu machen😉
    Schön, dass dieser kosmische Plan mit seinem Arm, den ich „Zufall“ nenne, mich auf deine Seite geführt hat.
    Herzlichst MarIna

    • Liebe Marina,

      vielen Dank für deinen Kommentar, der wieder einmal den Nagel auf den Kopf trifft.
      Auch ich hatte die Erkenntnis, dass es sehr wichtig ist, sich selbst respektvoll zu behandeln (mittlerweile gibt es auch zahlreiche Bücher über dieses Thema). Es bringt nicht viel, wenn man versucht, es den anderen immer recht zu machen (ein Ding der Unmöglichkeit). Natürlich sollte man hilfsbereit sein und andere möglichst durch nette, freundliche Worte und Warmherzigkeit zu unterstützen, motivieren und aufzumuntern. Wichtiger ist jedoch, dass man dabei auf sich selbst nicht vergisst und für sich selbst genauso viel Gutes tut, was man für andere zu tun bereit ist. Ich finde auch, dass man im Leben nichts erzwingen kann (unser Ego will uns oft dazu verleiten), doch irgendetwas da draußen oder da oben, weiß es offenbar besser, was unser Verstand nicht begreifen kann.
      Auch ich lasse mich von meinem Herzen leiten, denn ich vertraue darauf, dass die innere Stimme, die im Grunde aus unserer Seele spricht, mir die richtigen Impulse zur meiner Handlungen sendet. Es war leider nicht immer so und das Gefühl der Kontrolle (immer alles vorher genau wissen zu müssen, was und wie es zu geschehen hat) verursachten bei mir sehr viele innere Widerstände (ich wollte dies und das – ich wollte das und jenes nicht.) Ich hatte wirklich damit zu kämpfen (Das Leben ein Kampf…?).

      Irgendwann kam auch bei mir der Punkt, an dem ich mehr dem Vertrauen, als der Kontrolle zuwandte. Ich erkannte, dass mich die Kontrolle und der innere Widerstand nicht weiterbringen und diese alles noch schlimmer machen. Ich ließ es geschehen, ich schickte mein Ego in den „Ruhestand“ – ich lasse mich jetzt nicht mehr von ihm „tyrannisieren“ – auch wenn es mit mir nur gut meinen möchte. Ich denke, dass „die höhere Macht“ viel tiefer in uns wohnt, wir brauchen diese nur zu finden. Und wir sollten die Stimmen unseres Herzens nicht einfach als Einbildung abhaken sondern versuchen, ihr öfters und intensiver zuzuhören, was sie für uns zu sagen hat. Dann einen Schritt nach vorne tun. Immer nur einen Schritt. Dann den nächsten, wenn ein Impuls aus dem Inneren wieder auftaucht.

      Das was uns große Angst macht ist, dass wir die Kontrolle über den gesamten Verlauf des Weges im Vorhinein wissen möchten, wenn wir uns für eine bestimmte Richtung im Leben entscheiden. Das ist, glaube ich eine riesige Hürde für vielen Menschen – das Vertrauen zu haben, dass wir nach dem ersten Schritt neue Eingebungen erhalten werden, die uns somit den zweiten Schritt erkennen lassen. Dann den Dritten, Vierten usw. Aber die Kontrolle in uns will es eben gleich wissen.
      Wenn wir es nicht schaffen, das Gefühl der Kontrolle loszulassen, verzichten wir möglicherweise auf Erlebnisse und Erfahrungen in unserem Leben, zu denen uns unser Herz mit sanften Schüben führen möchte und die uns mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mehr Erfüllung und inneren Frieden bescheren würden, als die Wege, die unser Verstand kennt.

      Liebe Grüße
      Sunelly Sims

      • Liebe Sunelly,
        da kann ich einfach nur ein dickes JA sagen zu dem, was du geschrieben hast. Und zuweilen geht es mir immer noch so, dass manche unkontrollierbaren Situationen oder Vorgänge mich verunsichern.
        Aber ich denke, das ist menschlich und übergebe auch das dann der höheren Macht – und rede meinem kleinen Ich dann besonders gut zu.
        Schön finde ich es , solche Gedanken hier miteinander zu teilen.
        Herzlich grüßt dich
        MarIna

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