Zufälle und Wunder

Zufälle sind etwas Wunderbares. Zufälle sind aufregend. Zufälle grenzen an Wundern. Oder sind die Wunder, die in unser Leben treten, getarnte Zufälle? Lohnt es sich überhaupt an Zufälle zu glauben? Oder sollten wir unser Herz für Wunder öffnen um Zufälle geschehen zu lassen? Zufälle, die sich ganz plötzlich ereignen, ohne eigenes Zutun. Wie gibt es denn so was, fragen wir uns verblüfft. Erstaunlich, was so alles passieren kann, wenn man gar nicht damit rechnet. Wir zerbrechen uns nicht den Kopf darüber, welche Zufälle, glückliche Fügungen unseren Lebensweg täglich kreuzen könnten. Sie geschehen, ohne dass wir Kontrolle ausüben, ohne sie unter unserer Kontrolle zu haben. Wir erzwingen sie nicht. Denn wie könnte man auch einen Zufall und ein möglicherweise daraus resultierendes Wunder erzwingen? Zufälle und Wunder geschehen einfach. Unerwartet. Sie bringen uns zum Staunen, was alles möglich ist, wenn wir uns an etwas nicht festklammern, wenn wir uns in eine Sache nicht verbeißen.

Zufall= Die größte Großmacht der Welt. (Erich Kästner)

Wenn wir nicht selbst die Route festlegen, wie es zu geschehen hat. Wenn wir das Gefühl der Kontrolle erst gar nicht aufkommen lassen. Oft sind es banale Ereignisse, die uns unter dem Deckmantel des Zufalls überraschen. Vielleicht war es eine Sache, die uns ein Paar Mal durch den Kopf ging. Etwas, dem wir in Gedanken öfters, zwanglos, mit einem Gefühl der Leichtigkeit ein wenig mehr Aufmerksamkeit schenkten, als unseren täglichen Herausforderungen. Ganz entspannt, ohne Hintergedanken, ohne Druck – unser Leben würde nicht davon abhängen, ob ein Zufall diesbezüglich eintreffen würde oder nicht.

Wir wenden uns anderen Dingen zu – schließlich gibt es dringendere Angelegenheiten, um die wir uns kümmern müssen. Kurz darauf geschieht etwas Unerwartetes – der Zufall hat zugeschlagen. Irgendeine glückliche Fügung. Wir erkennen in diesem Ereignis unsere Gedanken wieder, die uns durch den Kopf gingen, denen wir wohl doch ein wenig Aufmerksamkeit schenkten – ohne das mögliche Geschehen zu beeinflussen, kontrollieren zu wollen. Und schon ereignet sich etwas, dass uns vielleicht an etwas gar nicht so Unwesentliches erinnern möchte, nämlich dass uns täglich kleinere und größere Wunder zustoßen könnten, wenn wir unsere Gewohnheit, Kontrolle darüber auszuüben, wie alles zu geschehen hat oder soll, loslassen würden. Ohne bestimmen zu wollen, wie einige Dinge im Leben kommen/geschehen sollten/müssten, damit es für uns passt.

Wenn wir uns angewöhnen könnten, gewisse Dinge – ohne ständiges Kopfzerbrechen – einfach geschehen zu lassen. Ihnen mehr Raum zu geben um sich zu entfalten um unser Leben durch so genannte Zufälle mit  mehr kleineren und größeren Wunder zu bereichern. Dann würde es wohl öfters heißen: es geschehen noch Zeichen und Wunder…

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Es gibt kein Wunder für den, der sich nicht wundern kann.

(Marie von Ebner-Eschenbach)

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Liebe Grüße

© Sunelly Sims

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4 thoughts on “Zufälle und Wunder

    • Ja, das stimmt – es können sich natürlich auch negative Zufälle ereignen. Doch ich bin der Auffassung, dass dies einer eher negativ gefärbten Gedankenwelt, die man innehat (d. h. wenn unsere vorherrschenden Gedanken negativer Natur, wenn sie pessimistisch oder angsterfüllt sind) zugrunde liegt. Nach dem Denken folgt das Geschehen – meiner Meinung nach.

      „Zufall = Ein Wort ohne Sinn; nichts kann ohne Ursache existieren.“
      (Voltaire, 1694-1778)

      LG
      Sunelly Sims

  1. Liebe Sunelly Sims,
    geschehen lassen, was das Leben geschehen lassen will…
    und uns zufallen lassen, was uns der Zu-Fall zufallen lassen will…
    ist oft eine Herausforderung an unser Vertrauen, aber es schenkt uns ein Höchstmaß an Lebendigkeit.
    Ich hab mal irgendwo gelesen „Zufall ist der verlängerte Arm Gottes“.
    Hab Dank für deinen inspirieernden Text.
    Herzlich grüßt dich
    Marina

    • Liebe Marina,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Es freut mich, dass dir der Beitrag gefällt. Ja, diesen Satz, den du erwähnst, habe ich auch schon gelesen. Ich denke auch, dass dieses „Loslassen, etwas einfach geschehen lassen“, gelernt werden muss. Wenn man jung ist, möchte man meistens die Kontrolle aufrechterhalten, oft Dinge erzwingen. Ich glaube, wenn wir etwas älter werden, und mehr Erfahrungen gemacht hatten, sind wir eher bereit, diese Kontrolle (wenn auch vielleicht nicht vollständig) aufzugeben und gelassener zu bleiben – wir können und sollten nichts erzwingen. – sage ich immer zu mir selbst und ich vertraue darauf, dass alles, was geschieht, auch einen Sinn hat, der mir irgendwann, wenn ich diesen erkannt habe, wertvolle Erkenntnisse liefert. Auch ich praktiziere dieses Loslassen und Vertrauen, und ich stelle fest, dass ich innerlich ausgeglichener bin, als früher. Natürlich – wie du schon erwähnt hast – dies setzt ein ziemlich großes Vertrauen im Leben, voraus. Ohne dieses Vertrauen kann es nicht funktionieren, dann wird das Gefühl der Kontrolle nicht weichen.

      Liebe Grüße,
      Sunelly Sims

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